BMW i5 eDrive40 im Test: Der elektrische Fünfer als erwachsene Business-Limousine

EV-Supertest-Wertung

Gesamtwertung

65,0 % 3,90 / 6

Preis/Leistung

1,5 / 6

Separate Kennzahl, nicht im Ranking.

Der BMW i5 eDrive40 ist eine ausgereifte, effiziente und angenehm erwachsene Elektro-Limousine, die den klassischen Fünfer-Charakter ins Stromzeitalter überträgt. Er punktet mit gutem Ecotest-Verbrauch, solidem Schnellladen und einem sicheren, komfortablen Fahrverhalten. Seine Schwächen sind ehrlich zu benennen: eine für die Klasse knappe reale Autobahnreichweite, ein überraschend kleiner Kofferraum ohne Frunk und eine Bedienung, die weniger intuitiv geworden ist. Dazu kommt ein hoher Preis, bei dem viele Annehmlichkeiten extra kosten. Wer den Markencharme und die Business-Tugenden schätzt, bekommt ein sehr gutes Auto – rein rechnerisch bietet die Konkurrenz aber teils mehr fürs Geld.

Pro

  • Effizienter Verbrauch für die Fahrzeuggröße (19,1 kWh im Ecotest, inkl. Ladeverluste)
  • Schnelles Laden für 400-Volt-Technik (bis 208 kW, 10–80 % in rund 30 Minuten)
  • Sicheres, erwachsenes Fahrverhalten mit echtem Fünfer-Charakter
  • Serienmäßige Wärmepumpe und gute E-Auto-Grundfunktionen
  • Viel Platz für vier Personen im Innenraum

Contra

  • Reale Autobahnreichweite deutlich unter dem Ecotest-Wert
  • Kleiner Kofferraum für die Fahrzeuglänge, kein Frunk
  • Hoher Preis, viele Assistenz- und Komfortfeatures nur gegen Aufpreis
  • Bedienung weniger intuitiv als bei früheren BMW-Modellen

Der BMW i5 eDrive40 ist der erste vollelektrische Fünfer seit über fünfzig Jahren – und er tritt genau so an, wie man es von einer klassischen Business-Limousine erwartet: Stufenheck, fünf Sitze, über fünf Meter lang und mit betont zurückhaltendem Auftritt. Statt wie viele Stromer auf futuristisches Design zu setzen, ist er von außen kaum vom Verbrenner-5er zu unterscheiden. Wir haben zusammengetragen, was die Basisversion mit Heckantrieb in unabhängigen Tests kann, wo sie glänzt und wo sie ihren stolzen Preis nicht ganz einlöst.

Bildergalerie

BMW i5 eDrive40 Aussenansicht
BMW i5 eDrive40 Seitenansicht
BMW i5 eDrive40 Innenraum
BMW i5 eDrive40 Sitze

Technische Daten

Marktstart 2023
Basispreis 70.200 €
Nutzbare Batterie 81,2 kWh
Realverbrauch 19,1 kWh/100 km
Verbrauch WLTP 17,9 kWh/100 km
Reale Reichweite 500 km
Ladeleistung (Peak) 208,4 kW
Ladezeit 10–80 % 30 min
Leistung 250 kW (340 PS)
0–100 km/h 6 s
Höchstgeschwindigkeit 193 km/h
Kofferraum 490 l
Frunk 0 l
Sitzplätze 5 Sitze
Anhängelast 1.500 kg
Wendekreis 12,3 m
Maße (L×B) 5.060 × 1.900 mm
Antrieb Heckantrieb

Reichweite & Verbrauch: effizient auf dem Papier, durstig auf der Autobahn

Im ADAC Ecotest genehmigt sich der i5 eDrive40 rund 19,1 kWh auf 100 Kilometer – und das inklusive der Ladeverluste, die viele andere Messungen unterschlagen. Für eine über fünf Meter lange Limousine mit gut 2,1 Tonnen ist das ein ordentlicher Wert. Verantwortlich dafür sind die sehr glatte Aerodynamik und die serienmäßige Wärmepumpe, die vor allem im Winter hilft, Energie zu sparen.

Aus dem Mischbetrieb ergibt sich im standardisierten Ecotest eine Reichweite von rund 500 Kilometern. Das klingt souverän – und ist es im Alltag mit Stadt, Landstraße und moderatem Autobahntempo auch. Der Haken zeigt sich, sobald ihr zügig auf der Autobahn unterwegs seid: Bei Richtgeschwindigkeit 130 und kühlen Temperaturen kamen Tester nur auf etwa 340 Kilometer, im Winter mit großen Rädern sogar noch weniger.

Die ehrliche Kehrseite: Der Akku ist mit 81,2 nutzbaren Kilowattstunden für diese Klasse eher knapp bemessen. Wer regelmäßig lange Strecken mit hohem Tempo fährt, sollte die schöne 500-Kilometer-Zahl also im Kopf halbieren und realistisch mit deutlich häufigeren Stopps rechnen.

Laden & Reisetauglichkeit: schnell für 400 Volt, aber kein Überflieger

An der Schnellladesäule zieht der i5 im ADAC-Test bis zu gut 208 kW – ein sehr guter Wert für ein Fahrzeug mit 400-Volt-Technik. Von 10 auf 80 Prozent geht es in etwa einer halben Stunde, und die Ladekurve bleibt bis rund einem Viertel Ladestand stabil hoch, bevor sie abflacht. Für die Langstrecke heißt das: planbare, nicht zu lange Pausen.

Im Alltag lädt der i5 damit zuverlässig und ohne Nerven. Wer allerdings Konkurrenten mit 800-Volt-Architektur gewöhnt ist, merkt den Unterschied – die schaufeln in derselben Zeit spürbar mehr Energie nach. Beim Wechselstromladen sind serienmäßig 11 kW an Bord; die schnelleren 22 kW kosten Aufpreis.

Unterm Strich ist der i5 eine solide Reiselimousine, deren Langstreckentempo aber nicht vom Laden, sondern von der realen Autobahnreichweite ausgebremst wird. Auf einer langen Fahrt bei hohem Tempo lädt man einfach häufiger nach, als es die reine Reichweitenzahl vermuten lässt.

Antrieb & Fahrdynamik: kraftvoll, aber betont erwachsen

Der Heckmotor leistet 250 kW, was rund 340 PS entspricht. Damit sprintet der i5 in glatten 6,0 Sekunden auf Tempo 100 – für 2,1 Tonnen respektabel, im Klassenvergleich aber eher gelassen als spektakulär. Seine wahre Stärke liegt im Zwischensprint: Der Durchzug beim Überholen ist souverän und jederzeit gut dosierbar.

Auf der Straße gibt sich der i5 sicher und erwachsen. Tester loben das verbindliche, nah an der Fahrbahn orientierte Fahrgefühl, das ihn tatsächlich wie einen echten Fünfer wirken lässt. Wer es forciert, spürt jedoch eine deutliche Untersteuertendenz, und Lenkpräzision wie Rückmeldung sind eher komfort- als sportwagenorientiert.

Die ehrliche Einordnung: Der i5 eDrive40 ist ein Cruiser, kein Kurvenräuber. Die optionale Hinterachslenkung schärft Agilität und Handlichkeit spürbar nach – nötig ist sie im Alltag aber nicht.

Komfort & Geräusch: gut gedämmt, im Serienzustand nicht die Referenz

Auf gut ausgebauten Straßen rollt der i5 ruhig und leise ab, die Aerodynamik hält Windgeräusche auch bei höherem Tempo im Zaum. Für lange Etappen ist das ein angenehmer Begleiter, der Passagiere entspannt ans Ziel bringt.

Beim Federungskomfort erreicht er nach Testurteilen allerdings nicht das hohe Niveau der besten Konkurrenten – wobei die getesteten Fahrzeuge oft das straffere, optionale M Sportfahrwerk trugen. Eine adaptive Dämpfung oder eine Luftfederung an der Hinterachse gibt es gegen Aufpreis; wer maximalen Federungskomfort sucht, sollte die Aufpreisliste im Blick behalten.

Innenraum, Raumangebot & Verarbeitung: viel Auto, überraschend knapper Kofferraum

Innen bietet der i5 vier Erwachsenen viel Platz, der lange Radstand macht sich vor allem im Fond bemerkbar. Umso überraschender fällt der Kofferraum aus: Mit 490 Litern schluckt er weniger als die Verbrenner-Brüder und wirkt für ein über fünf Meter langes Auto fast bescheiden. Einen zusätzlichen Frunk unter der Fronthaube gibt es nicht – die Ladekabel wandern ins Unterflurfach.

Bei der Verarbeitung fällt das Urteil zwiespältig aus. Viele Tester loben die feinen Materialien und die saubere Verarbeitung, andere kritisieren, dass an einzelnen Stellen recht einfache Kunststoffe verbaut sind, die weder zum Premium-Anspruch noch zum happigen Preis passen wollen.

Fürs tägliche Leben heißt das: Platz für die Familie ist reichlich da, beim Gepäck müsst ihr für die Fahrzeuggröße aber Abstriche machen – gerade im Vergleich zum praktischeren i5 Touring.

Software, Bedienung & E-Funktionen: mächtig, aber weniger intuitiv

Das BMW-Betriebssystem ist leistungsfähig und schnell, und mit dem klassischen Dreh-Drück-Regler sowie einer sehr guten Sprachsteuerung bleibt die Bedienung grundsätzlich alltagstauglich. Beim E-Auto-Thema ist der i5 gut aufgestellt: Wärmepumpe serienmäßig, Batterie-Vortemperierung, adaptive Rekuperation und Ladeplanung sind an Bord.

Die Kehrseite: Auch BMW hat viele Funktionen in den Touchscreen verlagert und Tasten eingespart, was Tester im Vergleich zu früheren Modellen als weniger intuitiv empfinden. Die vielen Fahrmodi und Untermenüs sorgten in Tests gelegentlich für Verwirrung.

Ein weiterer Punkt für die ehrliche Bilanz: Die serienmäßige Assistenz deckt eher das Nötigste ab. Wer moderne Helfer wie die professionellere Spurführung oder das automatische Einparken will, muss sie extra bezahlen.

Einordnung im Ranking

Der BMW i5 eDrive40 ist eine rundum gelungene Elektro-Limousine der oberen Mittelklasse: effizient, sicher, angenehm zu fahren und mit dem typischen Fünfer-Charakter. Er positioniert sich gegen Rivalen wie den Mercedes EQE und setzt dabei auf klassische Tugenden statt auf Show. Wo er im Gesamtfeld landet, seht ihr hier:

Ein Punkt bleibt aber klar zu nennen: Beim Preis-Leistungs-Verhältnis zahlt ihr hier deutlich den Namen und die Klasse mit. Der Einstiegspreis ist hoch, und viele Annehmlichkeiten kosten Aufpreis. Wer den Fünfer-Charme und das Markenprestige will, bekommt ein sehr gutes Auto – wer vor allem auf reale Reichweite und Gegenwert schaut, findet für weniger Geld Alternativen mit mehr Kilometern pro Ladung.

Bewertet nach eigener Rubrik v1.0 auf Basis öffentlich verfügbarer Messdaten mehrerer Quellen. Keine eigenen Fahrtests.

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