Peugeot e-2008 im Test: schicker Elektro-SUV mit kleinen Kompromissen

EV-Supertest-Wertung

Gesamtwertung

51,7 % 3,10 / 6

Preis/Leistung

2,5 / 6

Separate Kennzahl, nicht im Ranking.

Der e-2008 bleibt ein Auto fürs Herz: markantes Design, das eigenständige i-Cockpit und ein angenehmes Fahrgefühl im Alltag. Sachlich betrachtet zeigt er aber die Grenzen seiner kompakten Plattform – die kleine Batterie kostet Reichweite und Langstreckenkomfort, der Serien-Lader ist schwach und moderne E-Funktionen fehlen. Für Pendler sowie Stadt- und Umlandfahrer, die selten weit reisen und Wert auf Optik legen, ist er eine charmante Wahl. Beim Preis/Leistung ist er allerdings etwas teuer fürs Gebotene – hier haben günstigere, reichweitenstärkere Rivalen aufgeholt.

Pro

  • Markantes, eigenständiges Design innen wie außen samt i-Cockpit
  • Ausgewogenes, alltagstaugliches Fahrverhalten und gute Effizienz in der Stadt
  • Aufgewertetes, schnelleres Infotainment nach dem Facelift
  • Ordentlicher Schnelllader: 10–80 % in rund 29 Minuten

Contra

  • Kleine Batterie: knappe Autobahn-Reichweite und wenig Langstreckeneignung
  • Schwacher Serien-AC-Lader (einphasig), 11 kW nur gegen Aufpreis
  • Fehlende moderne E-Funktionen (keine Batterie-Vorkonditionierung, kein One-Pedal-Driving)

Der Peugeot e-2008 ist der kompakte Elektro-SUV der Franzosen – ein markant gezeichnetes Auto für alle, die hoch sitzen wollen und im Alltag zwischen Stadt und Umland unterwegs sind, ohne auf Charakter zu verzichten. Mit dem Facelift bekam er den stärkeren 115-kW-Antrieb und eine etwas größere Batterie. Wir haben zusammengetragen, was unabhängige Messungen zum aktuellen Modell sagen. Vorweg: Das Gesamtbild ist solides Mittelfeld – mit klaren Stärken beim Auftritt und ebenso klaren Kompromissen bei Reichweite und Langstrecke.

Bildergalerie

Peugeot e-2008 Innenraum
Peugeot e-2008 Aussenansicht
Peugeot e-2008 Front
Peugeot e-2008 Infotainment

Technische Daten

Marktstart 2020
Basispreis 42.950 €
Nutzbare Batterie 50,8 kWh
Realverbrauch 17,9 kWh/100 km
Verbrauch WLTP 16 kWh/100 km
Reale Reichweite 320 km
Ladeleistung (Peak) 100 kW
Ladezeit 10–80 % 29 min
Leistung 115 kW (156 PS)
0–100 km/h 9,1 s
Höchstgeschwindigkeit 150 km/h
Kofferraum 434 l
Frunk 0 l
Sitzplätze 5 Sitze
Anhängelast nicht zugelassen
Wendekreis 10,4 m
Maße (L×B) 4.304 × 1.775 mm
Antrieb Frontantrieb

Reichweite & Verbrauch: sparsam in der Stadt, durstig auf der Autobahn

In standardisierten Tests genehmigt sich der e-2008 rund 17,9 kWh auf 100 Kilometer – inklusive der Verluste beim Laden. Das ist im Wettbewerbsumfeld ein durchschnittlicher Wert. Rein am Rad liegt er innerorts bei knapp 13,5 kWh, auf der Autobahn dagegen bei rund 20 bis 21 kWh. Kombiniert kommt der kleine SUV so auf etwa 320 Kilometer echte Reichweite.

Für Pendeln, Einkäufe und die tägliche Runde durch Stadt und Umland reicht das gut aus. Sobald es aber länger und schneller wird, schmilzt die Reserve: Bei Tempo 120 bis 130 bleiben real oft nur 230 bis 275 Kilometer, im Winter noch etwas weniger. Der WLTP-Wert von gut 400 Kilometern ist da eher Theorie.

Die Kehrseite ist damit klar benannt: Die kompakte Batterie und ein auf der Autobahn spürbar steigender Verbrauch machen den e-2008 zum Kurz- und Mittelstreckenauto. Wer viel schnelle Langstrecke fährt, merkt die Grenzen früh.

Laden & Reisetauglichkeit: ordentlicher Schnelllader, schwacher Serien-Stecker

Am Schnelllader macht der e-2008 eine passable Figur: Peugeot gibt bis zu 100 kW an, in Messungen floss im Schnitt gut 81 kW, sodass der Sprung von 10 auf 80 Prozent in rund 29 Minuten gelingt. Für eine kurze Kaffeepause auf der Reise ist das in Ordnung.

Weniger überzeugend ist das Laden zu Hause. Serienmäßig steckt nur ein einphasiger 7,4-kW-Lader an Bord – in Deutschland sind damit wegen der Schieflastregeln real oft nur etwa 4,6 kW drin. Den dreiphasigen 11-kW-Lader gibt es nur gegen Aufpreis. Über Nacht an der Wallbox ist die Batterie zwar so oder so voll, wer aber zwischendurch schnell nachladen will, wartet länger.

Unterm Strich zieht die kleine Batterie die Langstreckentauglichkeit nach unten: Weil pro Ladestopp nur wenige Kilometer nachkommen, häufen sich auf großen Etappen die Pausen. Standardisierte Vergleiche stufen den e-2008 hier als eher unterdurchschnittlich ein.

Antrieb & Fahrdynamik: kräftig von unten, oben schnell außer Puste

Der neue Antrieb leistet 115 kW (156 PS) und 260 Nm. Aus dem Stand auf 100 km/h vergehen 9,1 Sekunden – zügig genug für den Alltag, aber für ein Elektroauto eher gemächlich. Typisch E-Antrieb zieht er von unten spontan an, oberhalb von 100 km/h flaut der Schub aber deutlich ab, und bei 150 km/h ist ohnehin Schluss.

Im Alltag fühlt sich das souverän an: An der Ampel und beim Überholen auf der Landstraße ist der kleine Löwe flott unterwegs, die Fuhre wirkt sicher und handlich. Für Stadt und Umland ist das genau die richtige Portion.

Die Kehrseite liegt in der Lenkung: Tester bemängeln, dass sie um die Mittellage wenig präzise und insgesamt etwas indirekt ausfällt. Wer sportliche Ambitionen hat, wird vom Frontantriebler nicht restlos begeistert – ihm fehlt die letzte Spritzigkeit und Rückmeldung.

Komfort & Geräusch: ausgewogen, aber dünne Datenlage

Beim Fahrwerk trifft der e-2008 einen brauchbaren Kompromiss. Tester bescheinigen ihm minimal universellere Federungseigenschaften als den eng verwandten Modellen; eine Luftfederung oder adaptive Dämpfer gibt es nicht.

Zum Innengeräusch speziell des e-2008 liegen kaum unabhängige Messungen vor – hier bleiben wir bewusst zurückhaltend. Auf der technisch sehr nahen Plattform kritisieren Tester allerdings hörbare Windgeräusche bei höherem Tempo, während der E-Antrieb selbst angenehm leise bleibt. Für Stadt und Landstraße dürfte der Komfort damit gut alltagstauglich sein, ohne Referenz zu setzen.

Innenraum, Raumangebot & Verarbeitung: viel Auftritt, solider Nutzwert

Mit gut 4,30 Metern Länge ist der e-2008 ein handlicher Vertreter seiner Klasse. Der Kofferraum fasst rund 434 Liter und wächst umgeklappt auf etwa 1.467 Liter – für den Wocheneinkauf oder den Familienausflug reicht das. Einen Frunk gibt es nicht, das Ladekabel wandert also in den Kofferraum.

Im Fond finden auch größere Personen erstaunlich viel Platz, das Raumgefühl wirkt durch die breiten C-Säulen und den dunklen Dachhimmel aber schnell beengt. Vorn dominiert das markentypische i-Cockpit mit hoch angeordneten Instrumenten, das dem Innenraum viel Eigenständigkeit gibt.

Bei den Materialien zeigt sich die Kehrseite: Oben schick, in den unteren Bereichen finden sich härtere Kunststoffe und sichtbare Sparstellen. Die Verarbeitung ist solide, aber kein Premium-Niveau – der e-2008 lebt mehr vom Design als von der Materialschlacht.

Software, Bedienung & E-Funktionen: aufgewertet, aber nicht auf der Höhe der Zeit

Das Facelift hat spürbar nachgelegt: Der zentrale Touchscreen ist auf 10 Zoll gewachsen, zeigt eine schärfere Grafik und reagiert flotter; die früher unglückliche Dreiteilung des Bildschirms ist Geschichte. Das i-Cockpit mit 3D-Effekt sieht chic aus, braucht aber etwas Eingewöhnung.

Bei den E-Funktionen bleibt der e-2008 hinter modernen Rivalen zurück. Eine Wärmepumpe kostet Aufpreis, eine Batterie-Vorkonditionierung fürs Laden fehlt, echtes One-Pedal-Driving gibt es nicht – Rekuperation regelt man nur über die B-Taste. Auch Plug & Charge ist nicht an Bord (nur Autocharge), und die Reichweitenanzeige arbeitet eher statisch.

Bei den Assistenten ist die Serienausstattung dagegen ordentlich, mit Notbrems- und Frontkollisionswarner. Die Kehrseite: Der Spurhalteassistent greift teils grob ein, und der Totwinkelwarner nutzt nur Ultraschall und damit eine geringe Reichweite.

Einordnung im Ranking

Der e-2008 spielt in einem hart umkämpften Feld kompakter Elektro-SUV. Konzernintern teilt er sich die Technik mit Opel Mokka Electric, Jeep Avenger und Fiat 600e. Von außen drängen inzwischen Rivalen wie der Kia EV3, der Skoda Elroq oder der Smart #1 – viele davon mit mehr Reichweite, mehr Leistung und teils niedrigeren Preisen.

Genau da liegt sein Dilemma: Jenseits der 40.000-Euro-Marke ist der e-2008 etwas teuer fürs Gebotene. Wer aber das eigenständige Design, das i-Cockpit und die kompakten Maße schätzt und überwiegend in Stadt und Umland unterwegs ist, bekommt einen charmanten Begleiter. Vielfahrer und Langstreckenpendler schauen besser bei den reichweitenstärkeren Konkurrenten vorbei.

Bildquellen

  • Titelbild: Peugeot e-2008 (Facelift) in Seitenansicht — © Peugeot
  • Peugeot e-2008 Innenraum — © Stellantis Presse Portal
  • Peugeot e-2008 Aussenansicht — © Stellantis Presse Portal
  • Peugeot e-2008 Front — © Stellantis Presse Portal
  • Peugeot e-2008 Infotainment — © Stellantis Presse Portal

Bewertet nach eigener Rubrik v1.0 auf Basis öffentlich verfügbarer Messdaten mehrerer Quellen. Keine eigenen Fahrtests.

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