EV-Supertest-Wertung
Gesamtwertung
Preis/Leistung
3,5 / 6Separate Kennzahl, nicht im Ranking.
Bewertung im Detail
Fazit
Der Peugeot e-208 ist ein kleiner Franzose mit Premium-Anspruch – und das merkt man ihm an den richtigen Stellen an. Sein größter Trumpf ist der sparsame Antrieb: Kaum ein Stromer dieser Größe kommt mit so wenig Energie aus, was ihn zum idealen Begleiter für Stadt und Pendelstrecke macht. Dazu fährt er wendig, spritzig und mit einem direkten, fast verspielten Lenkgefühl. Die Kehrseite ist die kleine Batterie: Auf der Autobahn schmilzt die Reichweite spürbar, und wer regelmäßig lange Strecken fährt, plant häufigere Ladestopps ein. Auch im Fond wird es für vier Erwachsene eng. Wer den e-208 als das nimmt, was er ist – ein schicker, effizienter Kurzstrecken- und Stadtwagen – bekommt viel geboten. Beim Preis/Leistungs-Verhältnis schneidet er dabei einen Tick besser ab, als der Grundpreis zunächst vermuten lässt.
Pro
- Sehr sparsamer Antrieb – einer der effizientesten Kleinwagen-Stromer
- Wendig, spritzig und mit direktem Fahrgefühl, ideal für die Stadt
- Für die Klasse überdurchschnittliche Materialanmutung, Wärmepumpe serienmäßig
Contra
- Kleine Batterie: bescheidene Autobahn-Reichweite und häufigere Ladestopps
- Enger Fond, kein Frunk und kratzempfindlicher Klavierlack
- Verschachtelte Menüs und Klimasteuerung im Touchscreen
Der Peugeot e-208 ist der elektrische Ableger von Peugeots kleinstem Bestseller – ein knapp über vier Meter kurzer Schrägheck-Kleinwagen, der sich vor allem in der Stadt und auf dem täglichen Weg zur Arbeit wohlfühlt. Seit dem Facelift steckt in der 156-PS-Variante ein neuer, effizienterer Stellantis-Antrieb. Wir haben zusammengetragen, was unabhängige Messungen und Tests über ihn sagen: Er glänzt mit einem sehr niedrigen Verbrauch und viel Fahrspaß im Kleinen – muss dafür aber Kompromisse bei Reichweite und Platz machen.
Bildergalerie
Technische Daten
Reichweite & Verbrauch: sparsam unterwegs, aber mit kleinem Tank
Hier liegt die größte Stärke des e-208. Im standardisierten ADAC-Ecotest genehmigt sich der kleine Peugeot rund 16 kWh auf 100 Kilometern – und das inklusive der Verluste beim Laden. Das ist ein richtig guter Wert, der ihn zu einem der sparsamsten Stromer seiner Größe macht. Der neue Motor arbeitet spürbar effizienter als der ältere 136-PS-Antrieb.
Im Alltag heißt das: Wer überwiegend in der Stadt und über Land fährt, kommt mit einer Ladung entspannt durch die Woche. Gemischt sind grob 335 Kilometer drin. Auf der Autobahn sieht die Rechnung allerdings nüchterner aus – bei zügigem Tempo bleiben real eher rund 250 bis 270 Kilometer übrig, im Winter noch weniger.
Die Kehrseite ist also nicht der Verbrauch, sondern die kleine Batterie mit gut 50 nutzbaren Kilowattstunden. Effizienz allein macht eben noch keinen Langstreckenläufer. Für ein reines Stadt- und Pendlerauto ist das verschmerzbar, für den regelmäßigen Autobahn-Marathon eher nicht.
Laden & Reisetauglichkeit: flott genug, doch die Batterie limitiert
An der Schnellladesäule zieht der e-208 mit rund 100 kW Spitzenleistung Strom und füllt die Batterie in etwa 29 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Das ist für einen Kleinwagen ein solider, klassenüblicher Wert – kein Highlight, aber auch keine Schwäche.
Das Problem auf langer Strecke ist weniger die Ladegeschwindigkeit als die geringe Reichweite dazwischen. Weil nach jeder Etappe vergleichsweise früh nachgeladen werden muss, summieren sich auf einer 800-Kilometer-Tour rund drei Stopps. Wer viel reist, spürt das im Zeitplan deutlicher als bei größeren Stromern.
Zu Hause lädt der e-208 serienmäßig meist einphasig mit 7,4 kW; ein 11-kW-Bordlader gibt es optional. Praktisch: Der 156er beherrscht bidirektionales Laden und kann über einen Adapter mit bis zu 3,6 kW externe Geräte mit Strom versorgen (V2L) – nett für Campingausflug oder Werkzeug im Garten.
Antrieb & Fahrdynamik: spritzig in der Stadt, brav auf der Geraden
Der 115 kW starke Motor liefert 260 Nm Drehmoment und schiebt den rund 1,5 Tonnen schweren Kleinwagen in 8,2 Sekunden auf Tempo 100. Das klingt auf dem Papier nicht spektakulär, fühlt sich im Alltag aber lebhaft an, weil die Kraft aus dem Stand sofort anliegt. Bei 150 km/h ist Schluss – sinnvoll, denn schneller würde vor allem den Verbrauch treiben.
Im Stadtverkehr und auf der Landstraße spielt der e-208 seine Stärken aus: Über das betont kleine Lenkrad vermittelt er ein direktes, fast go-kart-artiges Fahrgefühl, liegt dank der tief im Boden sitzenden Batterie satt und lässt sich flink durch Kurven zirkeln.
Die ehrliche Kehrseite: Ein echter Sprinter ist er nicht, und der Geradeauslauf zählt nicht zu seinen Stärken. Wer die reine Beschleunigung sucht, findet sie hier nicht – der Reiz liegt im wendigen, verspielten Charakter, nicht im Datenblatt.
Komfort & Geräusch: straff abgestimmt statt fliegender Teppich
Peugeot stimmt den e-208 spürbar straff ab. Das passt zum sportlichen Anspruch, hat aber seinen Preis: Tester berichten, dass die einfache Verbundlenker-Hinterachse bei Querfugen auf der Autobahn leicht poltert. Grobe Frostaufbrüche schluckt das Fahrwerk hingegen ordentlich, auch längere Etappen bleiben erträglich.
Beim Geräusch trübt vor allem das Abrollgeräusch der 17-Zoll-Reifen das Bild – es dringt bei höherem Tempo recht präsent in den Innenraum, während sich der Wind an den A-Säulen eher zurückhält. Ein ausgesprochener Ruhepol ist der kleine Franzose damit nicht, für die Klasse aber im vertretbaren Rahmen. Belastbare, unabhängige Geräuschmessungen in Dezibel liegen kaum vor, weshalb wir hier bewusst nur die Testeindrücke wiedergeben.
Innenraum, Raumangebot & Verarbeitung: schick vorne, eng hinten
Vorne sitzt man gut und großzügig, und die Materialanmutung liegt über dem Klassenschnitt – genau hier will der e-208 seinen Premium-Anspruch einlösen, und das gelingt ihm überwiegend. Der Kofferraum fasst 309 Liter und wächst bei umgeklappter Bank auf über 1100 Liter; ein Frunk fehlt.
Im Fond wird es dagegen eng: Für zwei Personen plus Gepäck reicht es gut, ab vier Erwachsenen auf längerer Strecke wird es spürbar knapp. Die kräftige C-Säule engt den Einstieg hinten ein, sodass man leicht anstößt, und Ablagen sind im Fond Mangelware.
Auch bei der Verarbeitung gibt es kleine Wermutstropfen: Die schwarzen Klavierlack-Flächen sehen edel aus, sind aber kratzempfindlich und ziehen Fingerabdrücke und Staub an. Unterm Strich ist der Innenraum ein Auto für ein bis drei Personen mit Stil – nicht der Raumriese fürs Familienleben.
Software, Bedienung & E-Funktionen: modern vernetzt, eigenwillig bedient
In der Mitte thront ein 10-Zoll-Touchscreen, darunter sitzen die sogenannten i-Toggles – frei belegbare Direkttasten für die wichtigsten Menüs. Apple CarPlay und Android Auto funktionieren kabellos, in der GT-Variante gibt es zudem das dreidimensionale i-Cockpit. Die Vernetzung ist damit auf der Höhe der Zeit.
Bei den E-Funktionen macht der e-208 vieles richtig: Eine Wärmepumpe ist serienmäßig an Bord, die Batterie lässt sich vorkonditionieren, und die Assistenz reicht bis zum adaptiven Tempomat mit Stop-and-Go. Eine automatische, navigationsbasierte Vorkonditionierung fehlt allerdings, und der Spurassistent lenkt auf Landstraßen ohne Mittelmarkierung mitunter etwas nervös.
Die ehrliche Schwäche bleibt die Bedienlogik: Einige Menüs sind verschachtelt, physische Tasten für die Klimaanlage fehlen, und das sehr kleine Lenkrad des i-Cockpits ist Geschmackssache – nicht jeder findet dahinter die perfekte Sitzposition.
Einordnung im Ranking
Der Peugeot e-208 ist ein Kleinwagen mit klarem Profil: sparsam, wendig und schick, aber mit begrenztem Aktionsradius und Platzangebot. Direkte Alternativen sind der technisch eng verwandte Opel Corsa Electric, der verspielte Renault 5 E-Tech und der Fiat 600e; mit dem angekündigten VW ID.2 wächst zudem die Konkurrenz beim Nutzwert.
Für wen lohnt er sich? Für alle, die vor allem in der Stadt und auf Pendelstrecken unterwegs sind, ein ausdrucksstarkes Design schätzen und selten mit vier Erwachsenen auf große Fahrt gehen. Wer maximale Reichweite oder viel Platz sucht, schaut besser weiter.
Im EV-Supertest-Ranking · Platz 68 von 104
Quellen
- ADAC Autokatalog – Peugeot e-208 156 GT
- ADAC Autotest (PDF) – Peugeot e-208 156 GT
- EV Database – Peugeot e-208 54 kWh 156 (MY25)
- auto motor und sport / meinauto – Test 156-Antrieb
- hh-autos – Peugeot e-208 Test 2026
- autoimabo – Peugeot e-208 Info & Test
- Carwow – Peugeot e-208
- AutoBild – Peugeot 208 (2026)
Bildquellen
- Peugeot e-208 Aussenansicht — © Stellantis Presse Portal
- Peugeot e-208 Infotainment — © Stellantis Presse Portal
- Peugeot e-208 Innenraum — © Stellantis Presse Portal
- Peugeot e-208 Sitze — © Stellantis Presse Portal
Bewertet nach eigener Rubrik v1.0 auf Basis öffentlich verfügbarer Messdaten mehrerer Quellen. Keine eigenen Fahrtests.
