EV-Supertest-Wertung
Gesamtwertung
Preis/Leistung
2,5 / 6Separate Kennzahl, nicht im Ranking.
Bewertung im Detail
Fazit
Der Jeep Compass Elektro macht vieles richtig: Er ist leise, komfortabel, geräumig und bringt mit serienmäßiger Wärmepumpe und durchdachter Ladeplanung eine vollständige E-Grundausstattung mit. Sein eigenständiger, robuster Auftritt hebt ihn wohltuend von den glatteren Plattform-Geschwistern ab. Die Kehrseite: Verbrauch und Reichweite bleiben Mittelmaß, das Schnellladen ist nur durchschnittlich, und im Innenraum trifft man auf viel Hartplastik. Zusammen mit dem selbstbewussten Preis ist der Compass damit etwas teuer für das, was er bietet. Wenn ihr aber Charakter, Platz und Ruhe über Bestwerte auf dem Datenblatt stellt und vor allem im Alltag und auf Mittelstrecken fahrt, ist er eine ehrliche Empfehlung.
Pro
- Serienmäßige Wärmepumpe und vollständige E-Grundausstattung
- Leiser, komfortabel abgestimmter Federungskomfort
- Großer, variabler Kofferraum und eigenständiges, robustes Design
Contra
- Realverbrauch für ein Kompakt-SUV eher hoch, Reichweite nur Mittelmaß
- Ambitionierter Preis bei viel Hartplastik im Innenraum
- Schnellladen und Langstreckentauglichkeit nur durchschnittlich
Mit dem Compass Elektro stellt Jeep zum ersten Mal ein vollwertiges elektrisches Kompakt-SUV auf die Räder – und traut sich damit mitten hinein in ein Segment, in dem VW ID.4, Škoda Enyaq und der eigene Konzern-Cousin Peugeot E-3008 längst zu Hause sind. Auf der STLA-Medium-Plattform gebaut, will der 4,55 Meter lange Fünftürer klassische Jeep-Tugenden – robuste Optik, erhöhte Sitzposition, ein Hauch Gelände – mit sauberem E-Antrieb verbinden. Wir haben für euch zusammengetragen, was die öffentlich verfügbaren Messdaten und die ersten unabhängigen Fahrtests über den 213-PS-Fronttriebler mit 74-kWh-Akku sagen. Unterm Strich steht ein solides, eigenständiges Auto – mit ein paar Kompromissen, die ihr vor dem Kauf kennen solltet.
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Technische Daten
Reichweite & Verbrauch: ordentlich, aber kein Effizienzwunder
Nach WLTP verspricht Jeep bis zu 500 Kilometer und einen Normverbrauch von 17,5 kWh auf 100 Kilometer. Ein standardisierter Realtest nach ADAC-Ecotest-Muster liegt für den Compass noch nicht vor – wir stützen uns deshalb auf das Verbrauchsmodell der EV-Database und auf erste redaktionelle Fahrtests. Die zeichnen ein realistischeres Bild: Netzseitig, also inklusive Ladeverlusten, liegt der Verbrauch je nach Tempo und Temperatur etwa zwischen 20 und 23 kWh pro 100 Kilometer. Im Alltagsmix sind damit rund 360 Kilometer drin; wer viel Autobahn bei 120 bis 130 km/h fährt oder im Winter unterwegs ist, sollte eher mit 290 bis 330 Kilometern rechnen.
Für Pendler und Familien reicht das im Alltag gut aus – die tägliche Strecke deckt der Compass locker ab, und geladen wird ohnehin meist zu Hause. Auf der Langstrecke merkt man aber, dass die 74-kWh-Batterie kein Überflieger ist: Bei höherem Tempo lässt die Effizienz spürbar nach, wie die Tester berichten. Das rund 2,2 Tonnen schwere SUV fordert seinen Tribut. Im Vergleich zu betont aerodynamischen Konkurrenten wie dem Peugeot E-3008 oder einem Enyaq bleibt der kantige Jeep bei Verbrauch und Reichweite im Mittelfeld – der Preis für das robuste, aufrechte Design.
Laden & Reisetauglichkeit: solide Grundausstattung, durchschnittliches Tempo
Am Schnelllader nimmt der Compass laut Hersteller bis zu 160 kW auf; ein Sprung von 20 auf 80 Prozent soll so in rund 31 Minuten gelingen. Realistischer sind im Datenbankmodell etwa 37 Minuten für 10 bis 80 Prozent bei einer Durchschnittsleistung um 90 kW – kein Spitzenwert, aber alltagstauglich. Zu Hause lädt der Jeep serienmäßig mit 11 kW Wechselstrom, gegen Aufpreis sind 22 kW möglich, was an entsprechenden Säulen die Standzeiten halbiert.
Für die lange Urlaubsfahrt heißt das: Der Compass ist reisetauglich, verlangt aber spürbare Ladepausen und etwas Planung. Die Kombination aus mittlerer Reichweite und durchschnittlichem Ladetempo bringt ihn hier nur ins solide Mittelfeld. Praktisch für alle mit Freizeitgerät: Bis zu 1.230 Kilogramm darf der Fronttriebler gebremst an den Haken nehmen – genug für einen kleinen Wohnwagen oder einen Fahrradträger-Anhänger. Wer regelmäßig schwer zieht, findet im Segment aber stärkere Zugpferde.
Antrieb & Fahrdynamik: kräftig genug, ohne Sportsgeist
Der Elektromotor an der Vorderachse leistet 157 kW (213 PS) und schiebt mit 345 Nm an. Der Standardsprint auf 100 km/h gelingt in 8,5 Sekunden, abgeregelt wird bei 180 km/h. Das sind keine spektakulären, aber für ein Familien-SUV völlig ausreichende Werte – im Alltag fühlt sich der Antrieb jederzeit souverän an, gerade beim zügigen Beschleunigen an der Ampel oder beim Überholen.
Beim Fahrwerk hinterlassen die Tester einen zwiespältigen Eindruck: Bei Lastwechseln neigt der Compass zum Wanken, meistert Kurven ansonsten aber sicher und gelassen. Sportlich fühlt er sich nicht an, will er aber auch gar nicht – die Abstimmung zielt klar auf Komfort und Gelassenheit statt auf Kurvenhatz. Wer ein handliches, agiles E-Auto sucht, schaut besser woanders; wer einen entspannten Cruiser mit erhöhter Sitzposition will, wird zufrieden sein.
Komfort & Geräusch: eine der Stärken
Hier spielt der Jeep eine seiner besten Karten aus. Die Tester loben den ruhigen, gut gedämmten Innenraum – Jeep verweist unter anderem auf eine um elf Prozent dickere Heckscheibe und zusätzliche Dämmmaßnahmen. Das Fahrwerk bügelt Bodenunebenheiten ordentlich weg und vermittelt ein sicheres, ruhiges Gefühl, auch auf längeren Etappen.
Für die tägliche Fahrt zur Arbeit und für Familienausflüge ist das genau die richtige Mischung: leise, komfortabel, unaufgeregt. Der einzige Wermutstropfen ist das erwähnte Wanken bei schnellen Lastwechseln – ein kleiner Preis für die ansonsten angenehm weiche Grundabstimmung.
Innenraum, Raumangebot & Verarbeitung: viel Platz, gemischte Materialien
Der Compass ist ein klassischer Fünfsitzer, und beim Platz hat die dritte Generation deutlich zugelegt: Der Radstand wächst, der Fond bietet spürbar mehr Bein- und Kopffreiheit als früher. Der Kofferraum fasst 550 Liter und lässt sich auf bis zu 1.561 Liter erweitern – dazu kommt ein kleines, aber praktisches 34-Liter-Fach unter der Fronthaube für die Ladekabel. Damit ist der Jeep ein ehrliches Alltags- und Familienauto.
Bei längeren Passagieren im Fond wird es allerdings enger, sobald die Vordersitze weit nach hinten geschoben sind. Und bei der Verarbeitung gehen die Urteile auseinander: Während manche Tester den soliden Gesamteindruck loben, stören sich andere am vielen Hartplastik im Innenraum. Unterm Strich ist die Anmutung ordentlich, aber angesichts des Preises kein Premium-Erlebnis – hier zeigt der Compass sichtbare Sparstellen.
Software, Bedienung & E-Funktionen: durchdacht mit kleinen Stolpersteinen
Im Cockpit kombiniert Jeep ein 10,25-Zoll-Fahrerdisplay mit einem 16 Zoll großen Uconnect-Touchscreen. Die Bedienung gilt als weitgehend eingängig, und erfreulicherweise bleiben echte Tasten unter dem Bildschirm und am Lenkrad erhalten. Kritik gibt es für Details – etwa den unglücklich versteckten Schalter der Warnblinkanlage und einige Funktionen, die nur über den Touchscreen erreichbar sind.
Bei den E-Funktionen ist der Compass gut aufgestellt: Eine Wärmepumpe ist serienmäßig an Bord, ebenso Batterie-Vorkonditionierung, Ladeplanung über die vernetzten Dienste, eine dreistufig regelbare Rekuperation und ein One-Pedal-Modus. Assistenz auf Level-2-Niveau gehört zur Serie. Zwei Einschränkungen bleiben: Der Spurhalteassistent überzeugte die Tester nicht restlos, und eine Stromversorgung für externe Geräte (V2L) bietet der Compass nicht.
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Einordnung im Ranking
Der Jeep Compass Elektro ist ein grundsolides Kompakt-SUV mit klarem Charakter: robustes Design, viel Platz, leiser Komfort und eine vollständige E-Ausstattung. Gegen die etablierte Konkurrenz – VW ID.4, Škoda Enyaq und Elroq, Peugeot E-3008 – muss er sich bei Reichweite, Ladetempo und Effizienz aber hinten anstellen. Beim Preis von rund 47.900 Euro fällt das Urteil daher gemischt aus: Für das Gebotene ist der Compass etwas teuer, zumal viele Rivalen mehr Reichweite oder günstigere Einstiegspreise bieten. Wer den eigenständigen Jeep-Look, die erhöhte Sitzposition und den ruhigen Federungskomfort schätzt und vor allem im Alltag und auf Mittelstrecken unterwegs ist, bekommt hier trotzdem ein stimmiges, familientaugliches Elektroauto.
Im EV-Supertest-Ranking · Platz 63 von 104
Quellen
- EV-Database – Jeep Compass Electric 74 kWh (Ankerquelle, modellierter Realwert)
- Jeep Deutschland – Compass Elektro (Herstellerangaben)
- InsideEVs – Jeep Compass Elektro 157 kW im Test
- Motor1 – Elektrischer Jeep Compass im ersten Test
- inside digital – Jeep Compass Elektro im Test
- neu-automagazin – Jeep Compass Elektro Test
- carwow – Jeep Compass technische Daten
- Euro/Green NCAP – Jeep Compass 2025 (Crashtest)
- ADAC Autokatalog – Jeep Compass Elektro
Bildquellen
- Jeep Compass Aussenansicht — © Jeep Presseportal
- Jeep Compass Heckansicht — © Jeep Presseportal
- Jeep Compass Seitenansicht — © Jeep Presseportal
- Jeep Compass Innenraum — © Jeep Presseportal
Bewertet nach eigener Rubrik v1.0 auf Basis öffentlich verfügbarer Messdaten mehrerer Quellen. Keine eigenen Fahrtests.
