Peugeot e-5008 im Test: Der bezahlbare Sieben-Sitzer-Stromer für die Familie

EV-Supertest-Wertung

Gesamtwertung

56,7 % 3,40 / 6

Preis/Leistung

2,0 / 6

Separate Kennzahl, nicht im Ranking.

Der Peugeot e-5008 macht das, wofür ihr ihn kauft: Er bringt sieben Sitze, viel Platz und echten Reisekomfort in eine bezahlbare Preisregion, in der es bislang kaum elektrische Konkurrenz gibt. Als Fünfsitzer ist er ein variables Familien-Raumwunder, das Fahrwerk gleitet komfortabel und leise, die Verarbeitung geht in Ordnung. Dafür bleibt er beim Antrieb betont gemütlich, das 400-Volt-Laden ist bestenfalls durchschnittlich, und mit dem 73-kWh-Akku wird die Autobahn zur Rechenaufgabe. Auch die touchlastige Bedienung kostet Nerven. Fürs Gebotene ist der Franzose damit eher etwas teuer – ein stimmiges, aber kein herausragendes Angebot. Wer ehrlich vor allem viel Platz und Ruhe sucht und selten weit reist, bekommt hier trotzdem ein sympathisches, alltagstaugliches Familienauto.

Pro

  • Serienmäßig sieben Sitze und als Fünfsitzer riesiger, variabler Laderaum
  • Komfortabel abgestimmtes Fahrwerk, leiser und entspannter Antrieb
  • Solide Verarbeitung mit wertig wirkendem Panorama-Cockpit
  • Lange Garantie von acht Jahren bzw. 160.000 km auf Fahrzeug und Batterie

Contra

  • Nur durchschnittliches 400-Volt-Laden, zum Testzeitpunkt ohne Akku-Vorkonditionierung
  • Mit dem 73-kWh-Akku auf der Autobahn schnell nur rund 300 Kilometer
  • Touchlastige, teils ablenkende Bedienung und keine Autohold-Funktion
  • Kein Frunk, dritte Sitzreihe nur für Kinder und Kurzstrecken

Ein bezahlbares Elektroauto mit sieben Sitzen – das gibt es bis heute erstaunlich selten. Genau in diese Lücke fährt der Peugeot e-5008, ein 4,79 Meter langes Familien-SUV auf der neuen STLA-Medium-Plattform, das seit Herbst 2024 auf dem Markt ist. Wir haben uns die getestete Basisvariante mit 73-kWh-Akku, 157 kW starkem Frontantrieb und fünf Türen angeschaut. Kurz vorweg: Der Franzose ist ein komfortabler, großzügiger Gleiter mit ein paar klaren Schwächen beim Laden und bei der Bedienung.

Bildergalerie

Peugeot e-5008 Aussenansicht
Peugeot e-5008 Heckansicht
Peugeot e-5008 Seitenansicht
Peugeot e-5008 Innenraum
Peugeot e-5008 Infotainment
Peugeot e-5008 Sitze
Peugeot e-5008 Kofferraum

Technische Daten

Marktstart 2024
Basispreis 51.150 €
Nutzbare Batterie 73 kWh
Realverbrauch 20,2 kWh/100 km
Verbrauch WLTP 18,8 kWh/100 km
Reale Reichweite 440 km
Ladeleistung (Peak) 163 kW
Ladezeit 10–80 % 35 min
Leistung 157 kW (213 PS)
0–100 km/h 9,7 s
Höchstgeschwindigkeit 170 km/h
Kofferraum 445 l
Frunk 0 l
Sitzplätze 7 Sitze
Anhängelast 1.000 kg
Wendekreis 11,8 m
Maße (L×B) 4.790 × 1.890 mm
Antrieb Frontantrieb

Reichweite & Verbrauch: solide, aber kein Effizienzwunder

Im standardisierten ADAC Ecotest genehmigt sich der e-5008 20,2 kWh auf 100 Kilometer – inklusive der Verluste beim Laden. Innerorts sind es rund 16 kWh, auf Autobahn und Landstraße klettert der Wert auf etwa 22 kWh. Daraus ergibt sich im Ecotest eine Reichweite von 440 Kilometern. Ein ordentlicher, aber kein herausragender Wert für ein neu entwickeltes Elektroauto dieser Größe.

Im Alltag hängt viel vom Tempo und der Jahreszeit ab. Bei winterlichen Bedingungen maß auto motor und sport 23,3 kWh und kam nur noch gut 340 Kilometer weit; wer auf der Autobahn konstant 130 fährt, sollte mit dem kleinen Akku eher mit rund 300 Kilometern rechnen. Für den täglichen Weg zur Arbeit oder den Wochenendausflug reicht das locker, für die große Urlaubsreise wird es mit 73 kWh knapper.

Die Kehrseite: In der Effizienz liegen ähnlich große Stromer teils spürbar vorn, und die reale Autobahnreichweite ist für ein Familienauto, das gern in den Urlaub soll, der wunde Punkt. Wer mehr braucht, muss zur teureren Version mit größerem Akku greifen – die haben wir hier aber bewusst nicht bewertet.

Laden & Reisetauglichkeit: 400 Volt bremsen den Fernverkehr

Am Schnelllader zieht der e-5008 in der Spitze bis zu 163 kW, im Schnitt über den wichtigen Bereich von 10 auf 80 Prozent aber nur rund 109 kW. Rund 35 Minuten stehen dafür an der Säule an. Peugeot setzt auf eine 400-Volt-Architektur – und das merkt man: Modelle mit 800-Volt-Technik wie der Hyundai Ioniq 5 sind für denselben Sprung fast doppelt so schnell fertig.

Dazu kommt ein Detail, das Tester kritisieren: Oberhalb von 80 Prozent wird das Nachladen deutlich zäh, für die letzten Prozente vergeht schnell eine ganze Stunde. Zum Testzeitpunkt fehlte zudem eine Vorkonditionierung des Akkus, die die Ladezeit gerade im Winter verkürzen würde. An der Wechselstrom-Wallbox lädt der Peugeot mit 11 kW; eine angekündigte 22-kW-Option war noch nicht zu haben.

Für den Alltag heißt das: Zu Hause über Nacht laden ist unkompliziert, und auf der Langstrecke lassen sich Stopps planen – nur dauern sie eben etwas länger als bei der schnellsten Konkurrenz. Als reines Reisemobil für Vielfahrer ist der e-5008 damit nicht die erste Wahl.

Antrieb & Fahrdynamik: bewusst entschleunigt

Der 157 kW und 345 Nm starke Elektromotor treibt die Vorderräder an und schiebt den rund 2,3 Tonnen schweren SUV in 9,7 Sekunden auf Tempo 100, bei 170 km/h ist Schluss. Das reicht für entspanntes Mitschwimmen, ein Sportler ist der Franzose aber nicht: Tester beschreiben die Gasannahme selbst im Sportmodus als zurückhaltend, im Eco-Modus reagiert das Fahrpedal fast wattig.

In schnell gefahrenen Kurven schiebt der e-5008 über die Vorderräder nach außen, untersteuert also spürbar – passend zu seiner komfortbetonten Auslegung. Der Bremsweg aus 100 km/h liegt mit gut 36 Metern im durchschnittlichen Bereich. Echtes Segeln oder Ein-Pedal-Fahren beherrscht er nicht, die drei Rekuperationsstufen lassen sich aber bequem über Lenkradwippen wählen.

Komfort & Geräusch: hier spielt er seine Stärke aus

Der Federungskomfort ist das Pfund, mit dem der e-5008 wächert. Trotz Stahlfederfahrwerk ohne Luftfederung spricht er schon innerorts sensibel an und schluckt Unebenheiten souverän; hinten sorgt eine aufwendigere Mehrlenkerachse für Ruhe. Auch die Geräuschdämmung gefällt: Motor, Wind und Abrollen bleiben dezent im Hintergrund.

Nur die serienmäßigen 20-Zoll-Räder trommeln auf scharfen Querfugen etwas spürbarer durch. Insgesamt fühlt sich der Peugeot wie ein entspannter Langstrecken-Gleiter an – genau das, was ein Familien-SUV können sollte. Die vorderen Sitze tragen übrigens das AGR-Gütesiegel für rückenfreundliches Sitzen, was auf langen Etappen guttut.

Innenraum, Raumangebot & Verarbeitung: groß, variabel, mit Haken

Beim Platz spielt der 4,79-Meter-Peugeot seine Größe aus. Als Fünfsitzer passen nach ADAC-Messung rund 445 Liter bis zur Kofferraumabdeckung hinein, mit umgeklappten Rücksitzen wird er zum Transporter. Der lange Radstand von 2,90 Metern schafft großzügige Beinfreiheit im Fond, und die zweite Reihe lässt sich verschieben. Ein echtes Raumwunder für Familien.

Sind alle sieben Sitze aufgestellt, schrumpft der Kofferraum allerdings auf magere 259 Liter, und der Zustieg in die dritte Reihe bleibt dauerhaft Kindern vorbehalten. Einen Frunk unter der Fronthaube gibt es nicht – die Ladekabel landen so im Kofferraum. Die Verarbeitung ist gut und klassengemäß: geschäumte Oberflächen im oberen Sichtbereich, weiter unten und außer Sichtweite aber auch günstiger Hartkunststoff, dazu kratzempfindlicher Klavierlack.

Software, Bedienung & E-Funktionen: schick, aber ablenkend

Vor dem Fahrer thront Peugeots i-Cockpit mit dem typisch kleinen, tief positionierten Lenkrad und den darüber liegenden Anzeigen; in der Basis sind es zwei 10-Zoll-Schirme, gegen Aufpreis ein gebogenes 21-Zoll-Panoramadisplay. Das Infotainment arbeitet flüssig und reaktionsschnell, Apple CarPlay und Android Auto sind drahtlos an Bord, und die frei belegbaren i-Toggles helfen beim Schnellzugriff.

Trotzdem hakt es bei der Bedienung: Die Menülogik ist wenig intuitiv, manche Punkte werden vom Lenkradkranz verdeckt, und vieles läuft über Touch – im Test wurde das als stark ablenkend kritisiert. Bei den E-Funktionen sind Wärmepumpe und eine Ladeplanung mit routennahen Stopps an Bord, es fehlen aber eine Autohold-Funktion und zum Testzeitpunkt die Akku-Vorkonditionierung; viele Assistenzsysteme kosten zudem Aufpreis.

Bildergalerie

Peugeot e-5008 Aussenansicht
Peugeot e-5008 Heckansicht
Peugeot e-5008 Seitenansicht
Peugeot e-5008 Innenraum
Peugeot e-5008 Infotainment
Peugeot e-5008 Sitze
Peugeot e-5008 Kofferraum

Einordnung im Ranking

Der e-5008 besetzt eine seltene Nische: ein elektrischer Sieben-Sitzer, der deutlich unter dem Preisniveau von Kia EV9 oder Hyundai Ioniq 9 startet und den größeren BYD Tang unterbietet. Genau dafür zahlt man aber auch: Fürs Gebotene ist er eher etwas teuer, denn beim Laden, beim Antrieb und bei der Bedienung leistet er sich Kompromisse, die günstigere Fünfsitzer besser lösen.

Ideal ist er für Familien, die vor allem viel Platz, Sitzvariabilität und Reisekomfort suchen und selten weite Strecken am Stück fahren. Wer dagegen regelmäßig lange Tören plant oder Wert auf knackige Bedienung und schnelles Laden legt, sollte genauer hinschauen.

Bildquellen

  • Peugeot e-5008 Aussenansicht — © Stellantis Presseportal
  • Peugeot e-5008 Heckansicht — © Stellantis Presseportal
  • Peugeot e-5008 Seitenansicht — © Stellantis Presseportal
  • Peugeot e-5008 Innenraum — © Stellantis Presseportal
  • Peugeot e-5008 Infotainment — © Stellantis Presseportal
  • Peugeot e-5008 Sitze — c
  • Peugeot e-5008 Kofferraum — © Stellantis Presseportal

Bewertet nach eigener Rubrik v1.0 auf Basis öffentlich verfügbarer Messdaten mehrerer Quellen. Keine eigenen Fahrtests.

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