EV-Supertest-Wertung
Gesamtwertung
Preis/Leistung
5,0 / 6Separate Kennzahl, nicht im Ranking.
Bewertung im Detail
Fazit
Der Škoda Epiq 55 ist ein erwachsenes, komfortables Elektro-SUV im Kleinwagenformat. Er federt besser als viele Konkurrenten, bietet einen Kofferraum auf Kompaktniveau und eine gute Verarbeitung. Auf der Langstrecke bremsen ihn die mittlere Ladeleistung und die Abregelung bei 160 km/h. Dazu solltet ihr wissen, dass Wärmepumpe, Navigation mit Ladeplanung und Rückfahrkamera in der Basisausstattung extra kosten. Ein standardisierter Verbrauchstest steht noch aus, wir aktualisieren die Werte, sobald er vorliegt. Für Pendler und kleine Familien ist der Epiq ein sehr stimmiges Angebot zu einem fairen Preis.
Pro
- Sehr guter Federungskomfort trotz einfachem Stahlfahrwerk
- Kofferraum mit 475 Litern auf Kompaktklassen-Niveau
- Saubere Verarbeitung, nichts klappert
- Echte Tasten für wichtige Funktionen
- Umfangreiche Assistenzsysteme schon in der Basis
Contra
- Ladeleistung mit 105 kW nur Mittelmaß
- Höchstgeschwindigkeit auf 160 km/h begrenzt
- Wärmepumpe, Navigation und Rückfahrkamera an der Basis nur gegen Aufpreis
- Im Fond für große Personen knapp
- Noch kein standardisierter Verbrauchstest
Der Škoda Epiq ist der neue Einstieg in die Elektrowelt der Marke: ein 4,17 Meter kurzes SUV auf der Konzernplattform MEB+, gebaut gemeinsam mit dem VW ID. Cross im spanischen Pamplona. Wir haben uns die Topversion Epiq 55 mit 155 kW und dem großen 55-kWh-Akku in der Basisausstattung Essence angesehen, denn nur sie ist bislang von Fachmedien gefahren worden. Für wen lohnt sich der Epiq? Für alle, die ein vollwertiges Erstauto für Pendelstrecke, Familie und gelegentliche Urlaubsfahrt suchen und dabei nicht in die Kompaktklasse aufsteigen wollen. Unterm Strich steht ein solides Gesamtergebnis mit einer klaren Stärke beim Komfort und einem sehr attraktiven Preis für das Gebotene.
Bildergalerie
Bilder: © Skoda
Technische Daten
Reichweite und Verbrauch: Sparsam im Alltag, eine offene Frage auf der Autobahn
Eine standardisierte Verbrauchsmessung gibt es für den Epiq noch nicht, ein ADAC Ecotest steht aus. Unser Realverbrauch von rund 17,8 kWh auf 100 Kilometer ist deshalb ein berechneter Wert: Er basiert auf einem variantengenauen Datenbankmodell im gemischten Betrieb und schließt die Ladeverluste an der Wallbox ein. Daraus ergeben sich rund 320 Kilometer reale Reichweite. Sobald eine unabhängige Messung vorliegt, ersetzen wir beide Werte.
Die ersten Fahrberichte stützen diese Größenordnung. Auf Landstraßen und Bergstrecken zeigten die Bordcomputer meist um 15 bis 16 kWh, bei sportlicher Fahrweise und auf längeren Steigungen eher 17,6 bis 18,3 kWh. Für die Autobahn rechnet der ADAC mit 18 bis 20 kWh, das ergibt etwa 300 Kilometer. Geholfen wird der Epiq von seiner Form: Der Luftwiderstandsbeiwert von 0,275 ist für ein SUV dieser Größe niedrig.
Im Alltag heißt das: Pendeln, Einkaufen und Wochenendausflüge sind mit einer Ladung pro Woche entspannt machbar. Die Kehrseite zeigt sich im Winter, denn eine Wärmepumpe ist in keiner Ausstattung serienmäßig, sie kostet 950 Euro Aufpreis. Wer viel bei Kälte fährt, sollte sie mitbestellen.
Laden und Reisetauglichkeit: Kein Rekordlader, aber planbar
Am Schnelllader nimmt der Epiq 55 laut Hersteller höchstens 105 kW auf, von 10 auf 80 Prozent sollen 24 Minuten vergehen. Messwerte nach festem Protokoll fehlen noch, doch zwei Beobachtungen aus Tests passen dazu: Beim ADAC hielt die Spitzenleistung beim Zwischenladen auffallend lange, und in einem weiteren Test lud der Wagen von 57 auf 86 Prozent in zwölf Minuten mit einem Schnitt von 78 kW. Zu Hause sind 11 kW Wechselstrom möglich, eine volle Ladung dauert dann rund fünfeinhalb Stunden.
Für die Urlaubsfahrt bedeutet das: Auf 800 Kilometern bei Richtgeschwindigkeit plant ihr realistisch drei Ladestopps von jeweils knapp einer halben Stunde ein. Das ist brauchbar, aber eben keine Langstreckenmaschine. Größere Akkus und schnellere Ladetechnik bei teureren Elektro-SUVs sparen hier spürbar Zeit. Praktisch sind Plug and Charge, das ohne App oder Ladekarte auskommt, und die Anhängelast von bis zu 1200 Kilogramm gebremst, die für einen kleinen Wohnwagen oder Fahrradanhänger reicht. Eine Anhängerkupplung gibt es allerdings erst ab der Ausstattung Selection.
Antrieb und Fahrdynamik: Mehr Kraft als nötig, bei 160 km/h ist Schluss
Mit 155 kW an der Vorderachse sprintet der Epiq 55 laut Hersteller in 7,1 Sekunden auf Tempo 100. Das ist für ein Auto dieser Klasse mehr als genug, Überholmanöver auf der Landstraße gelingen mühelos. Tester loben die direkte, präzise Lenkung und das gute Gefühl für die Fahrbahn, ein niedriger Schwerpunkt hält die Wankbewegungen in Grenzen.
Es gibt aber auch Kritik. Beim kräftigen Anfahren zerrt der Frontantrieb spürbar an der Lenkung, und eine Redaktion empfand die Lenkung als etwas indirekt. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 160 km/h abgeregelt. Für den Alltag reicht das, auf freier Autobahn fällt die Grenze aber auf.
Gelungen ist die Rekuperation im Modus D: Der Wagen segelt lange und bremst automatisch stärker, wenn ein Ortsschild, eine Kurve oder ein vorausfahrendes Auto auftaucht. Der Modus B ermöglicht Fahren mit einem Pedal, verzögert aber so kräftig, dass Mitfahrer es als ruppig empfinden können.
Komfort und Geräusch: Die große Stärke des Kleinen
Beim Fahrkomfort sind sich die Tester ungewöhnlich einig. Obwohl der Epiq ein einfaches Stahlfederfahrwerk hat, rollt er geschmeidig über Kopfsteinpflaster und steckt Schlaglöcher souverän weg. Der ADAC bescheinigt einen Federungskomfort, wie man ihn in dieser Klasse selten findet. Der leise Antrieb trägt zum entspannten Eindruck bei, und der Übergang zwischen Rekuperation und mechanischer Bremse ist dank neuer Bremssteuerung kaum zu spüren.
Ganz ohne Einschränkung geht es nicht. Über Querfugen kommen Stöße etwas deutlicher durch, und ab etwa 110 km/h werden Windgeräusche hörbar. Eine Redaktion empfand die Abstimmung bei mittlerem Tempo stellenweise als straff. Insgesamt bleibt der Komfort aber das Kapitel, in dem der Epiq Wettbewerber derselben Größe am klarsten hinter sich lässt.
Innenraum, Raumangebot und Verarbeitung: Kofferraum auf Kompaktniveau
Mit 475 Litern bietet der Epiq einen Kofferraum, der eher zur Kompaktklasse passt. Bei umgeklappter Rückbank sind es bis zu 1345 Liter. Der variable Ladeboden lässt sich in zwei Höhen fixieren, darunter liegt ein tiefes Zusatzfach. Den kleinen Frunk mit 25 Litern unter der Fronthaube gibt es nur im Paket Premium, und das ist für die Basisausstattung Essence nicht bestellbar.
Der Epiq ist ein Fünfsitzer. Vorne sitzt man bequem, im Fond reicht der Platz für normal gewachsene Erwachsene, weil die Füße unter die Vordersitze passen. Für große Mitfahrer wird es hinten allerdings knapp, und eine verschiebbare Rückbank gibt es nicht. Für eine Familie mit Kindern ist das Raumangebot gut, für vier große Erwachsene auf Langstrecke eher grenzwertig.
Die Verarbeitung loben mehrere Tester: Selbst auf schlechten Straßen knarzt und klappert nichts. Das Armaturenbrett ist an den wichtigen Stellen weich gepolstert. Gespart wird an den Türverkleidungen, wo hartes Plastik dominiert, hinten ist nur der Handlauf unterfüttert.
Software, Bedienung und E-Funktionen: Echte Tasten, aber Lücken an der Basis
Das 13-Zoll-Display ist übersichtlich aufgebaut, und eine Tastenleiste darunter erlaubt den direkten Zugriff auf Assistenten, Fahrmodi und Scheibenheizung. Das ist angenehmer als bei vielen reinen Touch-Lösungen. Kritik gibt es für den Lautstärkeregler als Slider ohne spürbares Feedback, das kleine Instrumentendisplay hinter dem Lenkrad, die schwache Sprachbedienung und die im Untermenü versteckte Einstellung der Rekuperation.
Bei der Sicherheit ist schon die Basis gut bestückt: Abstandstempomat, Spurhalte- und Spurwechselassistent, Kreuzungsassistent und Ausstiegswarnung sind serienmäßig. Externe Geräte lassen sich per Vehicle-to-Load mit Strom versorgen. Schwächer sieht es bei den elektrospezifischen Komfortfunktionen aus: Navigation mit Ladeplanung gibt es beim Essence nur im Paket Travel für 1750 Euro, die Wärmepumpe kostet extra, und das Laden ins Hausnetz samt Rückfahrkamera steckt im Paket Technik für 1090 Euro. Wer diese Punkte will, landet schnell beim Preis der besser ausgestatteten Selection.
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Bilder: © Skoda
Einordnung im Ranking
Der Škoda Epiq 55 überzeugt vor allem mit Komfort, Kofferraum und einer erwachsenen Abstimmung. Abzüge gibt es für die mittelmäßige Ladeleistung, die überschaubare Reichweite auf der Autobahn und die Ausstattungslücken der Basis. Getrennt davon betrachtet bietet er ein sehr gutes Preis/Leistung: Für das, was er kann, ist er spürbar günstiger als vergleichbar starke Elektro-SUVs.
Im EV-Supertest-Ranking · Platz 57 von 176
Direkte Alternativen sind der technisch eng verwandte VW ID. Cross, der Cupra Raval und im Konzern selbst der größere Elroq. Wer überwiegend in der Stadt und auf Pendelstrecken unterwegs ist und nur gelegentlich lange Strecken fährt, findet im Epiq ein sehr stimmiges Paket. Vielfahrer auf der Autobahn sind mit einem größeren Akku und mehr Ladeleistung besser bedient.
Quellen
- ADAC: Erste Testfahrt Škoda Epiq (Fahrbericht, 13.09.2026)
- ADAC Autokatalog: Škoda Epiq 55 Essence (technische Daten)
- EV Database: Škoda Epiq 55 (Realwert-Modell, Verbrauchs- und Reichweitenanker)
- Škoda: Preisliste Epiq
- InsideEVs: Skoda Epiq 55 im Test
- Vision Mobility: Fahrbericht Škoda Epiq 55
- Auto Test und Technik: Fahrbericht Škoda Epiq 55
- Elektroauto-News: Fahrbericht Škoda Epiq 55
- Blick: Škoda Epiq im ersten Test
- Autohled: Škoda Epiq
- EVKX: Škoda Epiq 55
- auto motor und sport: Škoda Epiq Kaufberatung
- ecomento: Škoda Epiq 40 bestellbar, Paketinhalte
Bildquellen
- Skoda Epiq Aussenansicht — © Skoda
- Skoda Epiq Heckansicht — © Skoda
- Skoda Epiq Innenraum — © Skoda
- Skoda Epiq Infotainment — © Skoda
- Skoda Epiq Sitze — © Skoda
- Skoda Epiq Kofferraum — © Skoda
Bewertet nach eigener Rubrik v1.0 auf Basis öffentlich verfügbarer Messdaten mehrerer Quellen. Keine eigenen Fahrtests.
