Der Škoda Elroq 85 und der Kia EV3 mit dem großen Akku stehen im selben Segment, in derselben Preisklasse — und bauen ihr Angebot trotzdem völlig unterschiedlich auf. Der Elroq ist im Kern ein verkleinerter Enyaq auf Konzerntechnik: 4,49 Meter lang, Heckantrieb, 210 kW. Der EV3 misst 4,30 Meter, schickt seine 150 kW an die Vorderachse und packt dafür die größere Batterie ein. Beide haben wir einzeln getestet. Hier interessiert uns nur, wo sie auseinanderlaufen — und für welchen Alltag das jeweils die bessere Wahl ist.
| Im Vergleich |
Škoda Elroq 85
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Kia EV3 (81,4 kWh)
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|---|---|---|
| Gesamtergebnis | ||
| Gesamtwert | 64,2 % | 66,7 % |
| Preis/Leistung | 3,5 / 6 | 4,0 / 6 |
| Die wichtigsten Eckdaten | ||
| Basispreis | 46.890 € | 41.390 € |
| Reale Reichweite | 475 km | 500 km |
| Ladezeit 10–80 % | 33 min | 31 min |
| Kofferraum | 365 l | 420 l |
| Antrieb | Heckantrieb | Frontantrieb |
- Kurzüberblick — die vollständige Tabelle mit allen Kategorien und technischen Daten steht am Ende des Artikels.
Preis und Ausstattung: knapp 5.500 Euro Unterschied
Fangen wir bei dem an, was die Entscheidung am häufigsten vorwegnimmt. Der Kia EV3 mit 81,4-kWh-Akku startet bei 41.390 Euro. Für den Elroq 85 ruft Škoda seit der Preisanpassung Ende Juli 46.890 Euro auf — beides Preisstand 08/2026, jeweils die günstigste Ausführung der hier getesteten Variante. Der Abstand von rund 5.500 Euro ist kein Rundungsfehler.
Dafür bekommt ihr beim Kia nicht weniger Auto, sondern anders verteiltes Auto. Kia liefert die größere Batterie, den Frunk und eine Garantie über sieben Jahre serienmäßig mit. Beim Elroq wandern zwei Dinge in die Aufpreisliste, die im Alltag zählen: die Wärmepumpe und der Autobahnassistent Travel Assist samt Abstandsregelung. Wer beides ankreuzt, vergrößert den Abstand weiter, statt ihn zu schließen.
Umgekehrt bekommt ihr beim Elroq mehr Leistung, mehr Anhängelast und die wertigere Materialanmutung vorn. Ob das die Differenz aufwiegt, entscheidet nicht der Geldbeutel, sondern der geplante Einsatz.
Škoda Elroq 85
Bilder: © Skoda Presseportal
Reichweite und Verbrauch: gleich sparsam, ungleich weit
Hier liegt das überraschendste Ergebnis des Vergleichs: Beide Autos verbrauchen praktisch dasselbe. Elroq 85 und EV3 stehen bei 18,2 kWh auf 100 Kilometer — jeweils netzseitig gerechnet, also inklusive der Ladeverluste, die ihr an der Steckdose mitbezahlt. Ein Hinweis zur Herkunft: Beim Elroq stammt der Wert aus dem standardisierten ADAC-Zyklus, beim EV3 haben wir ihn aus unabhängigen Messungen der Fahrenergie umgerechnet — belastbar, aber nicht aus derselben Quelle.
Der Unterschied entsteht also nicht am Verbrauch, sondern am Tank. Der EV3 trägt 81,4 kWh nutzbar, der Elroq 77 — daraus werden im Mischbetrieb 500 gegen 475 Kilometer. Der Abstand liegt im Bereich dessen, was der Fahrstil ohnehin verschiebt.
Interessanter wird es an den Rändern. Bei Autobahntempo klettert der Elroq auf 21 bis 22 kWh, die Reichweite fällt Richtung 350 Kilometer. Und im Winter geben beide deutlich nach: Für den Elroq ermittelte ein Vergleichstest bei minus zwei Grad einen Verbrauch von 28,5 kWh, übrig blieben 323 Kilometer. Der EV3 landete im standardisierten Wintertest von ADAC und ÖAMTC bei 24,2 kWh und 350 Kilometern. Wer ganzjährig lange Strecken fährt, sollte bei beiden mit deutlichen Abschlägen planen — beim Elroq zusätzlich über die aufpreispflichtige Wärmepumpe nachdenken.
Laden und Reisetauglichkeit: hohe Spitze schlägt nicht die flache Kurve
Auf dem Datenblatt sieht der Elroq hier klar besser aus. Gemessen wurden 179,7 kW Spitzenladeleistung, der EV3 kommt mit seiner 400-Volt-Technik auf 127 kW. Das ist ein Abstand, den man für entscheidend halten könnte — und der es nicht ist.
Denn was zählt, ist nicht die Spitze, sondern was am Ende des Ladestopps auf der Uhr steht. Da dreht sich das Bild: Der EV3 füllt von 10 auf 80 Prozent in 31 Minuten, der Elroq braucht 33. Der Grund ist die Ladekurve. Der Kia hält im Schnitt 114 kW über den gesamten Bereich und lädt in 20 Minuten rund 169 Kilometer nach, während der Elroq seine hohe Spitze früh wieder abgibt — nach zehn Minuten stehen bei ihm etwa 143 Kilometer auf dem Konto. Der ADAC bescheinigt dem Elroq nur bedingte Langstreckentauglichkeit.
Praktisch heißt das: Auf der Urlaubsfahrt mit mehreren Stopps nehmen sich beide wenig, und wenn, liegt der EV3 knapp vorn. Zu Hause lädt der Kia serienmäßig dreiphasig mit 11 kW. In der Reisetauglichkeit landet er im oberen Viertel unseres Bestands, der Elroq über dem Median — ein realer Unterschied, aber keiner, der eine Kaufentscheidung allein trägt.
Kia EV3 (81,4 kWh)
Bilder: © Kia Presseportal
Antrieb und Fahrdynamik: der einzige klare Abstand
Wenn es einen Punkt gibt, an dem die beiden nicht dieselbe Liga spielen, dann hier. Der Elroq 85 schickt 210 kW an die Hinterachse und beschleunigt in 6,6 Sekunden auf Tempo 100, abgeregelt wird bei 180 km/h. Der EV3 leistet 150 kW an der Vorderachse, braucht 7,7 Sekunden und ist bei 170 km/h am Ende.
Über eine Sekunde Unterschied merkt ihr — allerdings seltener, als die Zahl vermuten lässt. Auf der Landstraße beim Überholen und beim Einfädeln auf die Autobahn hat der Elroq die klar souveräneren Reserven. Im Stadtverkehr und beim Pendeln ist der EV3 nie zu schwach; 150 kW in einem 4,30-Meter-Auto sind reichlich.
Wichtiger als die Sekunden ist der Charakter, und der ist bei beiden derselbe: komfortabel abgestimmt, nicht sportlich. Der Elroq liegt in der Dynamik im oberen Drittel unseres Bestands, der EV3 im Mittelfeld — beide wollen gleiten, nicht zirkeln. Wer im Elroq echte Fahrdynamik sucht, muss zum RS greifen. Die Gegenrechnung zur Mehrleistung zahlt der Elroq immerhin nicht an der Steckdose — der Verbrauch ist ja identisch.
Innenraum, Raumangebot und Qualität: der kürzere packt besser
Das ist der Abschnitt, in dem die Maßbänder überraschen. Der EV3 ist das kürzere Auto und hat trotzdem den größeren Kofferraum: 420 Liter gegen 365 beim Elroq, umgeklappt wachsen es beim Kia rund 1.250. Dazu kommt vorn ein Frunk mit 25 Litern, beim Elroq sind es seit dem Modelljahr 2027 deren 21. Möglich macht das der lange Radstand von 2,68 Metern, aus dem Kia viel herausholt.
Im Raumangebot liegt der Elroq damit im schwächsten Drittel unseres Bestands, der EV3 knapp darüber. Praktisch heißt das: Für Kindersitze, Wocheneinkauf und Hundebox reicht beides, für den Familienurlaub mit vollem Gepäck ist der Kia die entspanntere Wahl. Der Elroq ist zwar als Fünfsitzer zugelassen, sein schmaler Mittelplatz im Fond eignet sich aber nicht für einen Kindersitz.
Beim Material dreht sich das Verhältnis. Der Elroq liegt in der Verarbeitungswertung über dem Median, der EV3 darunter: Vorn schäumt Škoda die Türverkleidungen, Kia setzt an vielen Stellen auf harten Kunststoff. Und beim Ziehen ist der Abstand deutlich — der Elroq 85 darf seit dem Modelljahr 2027 1.800 Kilogramm gebremst an den Haken nehmen, der EV3 1.000.
Software, Bedienung und E-Funktionen: hier führt der Kia
In beiden Kategorien liegt der EV3 im oberen Viertel unseres Bestands, und das aus nachvollziehbaren Gründen. Die Klimasteuerung läuft beim Kia über eine eigene Tastenreihe statt über ein Untermenü, Ladeplanung und Assistenz kommen ohne Aufpreispaket, dazu sieben Jahre Kartenupdates. Der Elroq steht bei der Software ebenfalls gut da und bei den E-Funktionen über dem Median — die Wärmepumpe und Travel Assist kosten aber eben extra.
Hier gehört ein Hinweis in eigener Sache hin: Beide Einzeltests stammen aus dem Juli 2026, und beim Elroq hat sich seither einiges getan. Zum Modelljahr 2027 hat Škoda auf ein Android-basiertes Infotainment mit eigenem App-Store umgestellt, One-Pedal-Fahren, Vehicle-to-Load, den digitalen Fahrzeugschlüssel und Travel Assist 3.0 ergänzt. Frunk und höhere Anhängelast stammen aus demselben Paket und stecken schon in den Daten oben.
Die Software-Bewertung dieses Vergleichs bildet trotzdem weiterhin den getesteten Stand ab. Der Grund ist schlicht: Zum neuen System liegt bislang kein unabhängiger Fahrbericht des Elroq vor, und wir bewerten nur, was belegt ist. Nachrüsten lässt sich das Update nicht, Škoda hat dafür die Hardware gewechselt. Beim EV3 ist zum Modelljahr 2027 ein 22-kW-Bordlader dazugekommen.
Wie schlägt sich der Neue
Der Elroq 85 ist in diesem Feld nicht das Auto der Bestwerte, sondern das der wenigen Ausreißer nach unten. Er verliert keine Kategorie deutlich, gewinnt aber auch keine haushoch. Seine Stärken liegen dort, wo es um Antrieb, Verarbeitung und Zugkraft geht — seine Schwächen beim Kofferraum und bei dem, was ohne Aufpreis mitkommt.
Der EV3 ist das systematischere Auto: bei gleichem Verbrauch mehr Reichweite, im Ladeverhalten planbarer, im Innenraum cleverer gepackt, beim Bedienkonzept konsequenter — und dabei günstiger. Wer den Škoda kauft, kauft ihn nicht, weil er in Summe mehr bietet, sondern weil er in den zwei, drei Punkten besser ist, die für den eigenen Alltag zählen.
Für wen welches Auto
Statt eines Gesamturteils schauen wir uns an, welches Auto zu welchem Nutzungsprofil passt. Die Werte rechnet unser System live aus den zehn Kategorien beider Einzeltests.
Langstrecke & Vielfahrer
Regelmäßig lange Etappen, Autobahn, beruflich viel unterwegs.
Familie
Kinder, Gepäck und Alltagslogistik; Platz und Sicherheit vor Fahrspaß.
Stadt & Pendeln
Kurze Strecken, enge Parklücken, Laden zu Hause oder am Arbeitsplatz.
Fahrerorientiert
Fahrverhalten, Materialanmutung und Bedienlogik vor Nutzwert.
Die Profile gewichten die Kategoriewerte der Einzeltests nach typischer Nutzung (Käuferprofil-Matrix v1.0). Liegen die beiden Besten sehr dicht beieinander, wird kein Vorsprung ausgewiesen.
Langstrecke und Vielfahrer: Vorteil EV3. Bei identischem Verbrauch bringt die größere Batterie mehr Reichweite, und die flache Ladekurve macht Stopps kürzer und planbarer als die höhere Spitze des Elroq. Der Preis dafür ist der ruhigere Antritt beim Überholen.
Familie: Auch hier liegt der EV3 vorn, und zwar über den Kofferraum, den Frunk und die serienmäßige Assistenz. Der Elroq kontert mit der besseren Materialqualität vorn und der deutlich höheren Anhängelast — wer regelmäßig einen Wohnwagen zieht, für den kehrt sich das Bild um.
Stadt und Pendeln: Der EV3 führt am klarsten. Er ist kürzer, schmaler und bedienungsseitig das aufgeräumtere Auto. Der Elroq hat den etwas kleineren Wendekreis, verliert aber über Länge und Breite mehr, als er dort gewinnt.
Fahrerorientiert: Hier trennen die beiden sich nicht. Der Elroq hat den kräftigeren Antrieb und die wertigere Anmutung, der EV3 das bessere Bedienkonzept und den höheren Federungskomfort. Das gleicht sich aus — die Entscheidung fällt hier nicht über die Wertung, sondern darüber, ob euch Antritt oder Bedienung wichtiger ist.
| Im Vergleich |
Škoda Elroq 85
|
Kia EV3 (81,4 kWh)
|
|---|---|---|
| Gesamtergebnis | ||
| Gesamtwert | 64,2 % | 66,7 % |
| Preis/Leistung | 3,5 / 6 | 4,0 / 6 |
| Bewertung nach Kategorien | ||
| Raumangebot | 3,0 | 3,5 |
| Qualität & Verarbeitung | 4,0 | 3,5 |
| Stadttauglichkeit | 3,5 | 4,0 |
| Dynamik | 3,5 | 3,0 |
| E-Funktionen & Assistenten | 4,0 | 4,5 |
| Verbrauch | 4,0 | 4,0 |
| Komfort | 4,0 | 4,0 |
| Reichweite | 5,0 | 5,0 |
| Reisetauglichkeit | 3,5 | 4,0 |
| Software & Bedienung | 4,0 | 4,5 |
| Technische Daten | ||
| Marktstart | 2025 | 2024 |
| Basispreis | 46.890 € | 41.390 € |
| Nutzbare Batterie | 77 kWh | 81,4 kWh |
| Realverbrauch | 18,2 kWh/100 km | 18,2 kWh/100 km |
| Verbrauch WLTP | 15,2 kWh/100 km | 15,5 kWh/100 km |
| Reale Reichweite | 475 km | 500 km |
| Ladeleistung (Peak) | 179,7 kW | 127 kW |
| Ladezeit 10–80 % | 33 min | 31 min |
| Leistung | 210 kW (286 PS) | 150 kW (204 PS) |
| 0–100 km/h | 6,6 s | 7,7 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 180 km/h | 170 km/h |
| Kofferraum | 365 l | 420 l |
| Frunk | 21 l | 25 l |
| Sitzplätze | 5 | 5 |
| Anhängelast (gebremst) | 1.800 kg | 1.000 kg |
| Wendekreis | 10,2 m | 10,4 m |
| Maße (L×B) | 4.488 × 1.884 mm | 4.300 × 1.850 mm |
| Antrieb | Heckantrieb | Frontantrieb |
- Bewertung auf einer Skala von 0 bis 6; der Punkt markiert den besten Wert der Zeile.
- Preis/Leistung steht außerhalb des Gesamtwerts und fließt nicht in das Ranking ein.
- Alle Werte stammen aus den verlinkten Einzeltests und werden live aus dem Datenmodell gerendert.
Hinweise zu diesem Vergleich
- Abweichende Ankerstufen: Der Verbrauchswert des Škoda Elroq 85 stammt aus dem ADAC-Ecotest der getesteten Variante. Für den Kia EV3 81,4 kWh liegt kein Ecotest vor; sein Wert wurde aus unabhängigen Messungen der Fahrenergie auf netzseitigen Verbrauch umgerechnet.
- Offenes Re-Anchor-Flag: Der Verbrauchswert des Kia EV3 81,4 kWh ist als [berechnet] gekennzeichnet und wird ersetzt, sobald ein variantenexakter ADAC-Ecotest vorliegt.
- Zeitstand: Beide Einzeltests stammen aus dem Juli 2026. Beim Škoda Elroq sind Basispreis, Frunk-Volumen und Anhängelast auf das Modelljahr 2027 aktualisiert. Die Bewertung von Software und Bedienung bildet weiterhin den getesteten Stand ab, da zum neuen Infotainment noch kein unabhängiger Fahrbericht des Elroq vorliegt.
- Preisstand 08/2026, jeweils günstigste Ausführung der kanonischen Variante.
- Beide Einzeltests wurden unter Rubrik-Version v1.0 bewertet.
