EV-Supertest-Wertung
Gesamtwertung
Preis/Leistung
3,5 / 6Separate Kennzahl, nicht im Ranking.
Bewertung im Detail
Fazit
Der Smart #3 mit 66-kWh-Akku und Heckantrieb macht vieles richtig: Er fährt sparsam, lädt dank 22-kW-AC-Lader flott, bietet einen kräftigen, agilen Antrieb und überraschend viel Platz für Passagiere. Dafür müsst ihr mit einem auffällig kleinen Kofferraum und einer touch-lastigen, teils nervigen Bedienung leben. Wer damit klarkommt, bekommt ein stimmiges, sportlich-schickes Elektro-Coupé, das fürs Gebotene fair bis günstig bepreist ist.
Pro
- Sparsamer Antrieb: rund 18,2 kWh/100 km im ADAC Ecotest (inkl. Ladeverluste)
- Serienmäßiges 22-kW-AC-Laden plus zügiges Schnellladen (10–80 % in rund 30 min)
- Agiles, sportliches Fahrverhalten mit direkter Lenkung
- Großzügiges Platzangebot für Passagiere vorn und hinten
- Umfangreiche Serienausstattung inkl. komplettem Assistenzpaket
Contra
- Sehr kleiner Kofferraum (255 l) mit hoher Ladekante und Schwelle
- Ablenkungsintensive Touch-Bedienung, Assistenten ohne Feinschliff
- Bei Nässe neigt das Heck zu Unruhe; Bremsweg nur Mittelmaß
Der Smart #3 hat mit dem knuffigen Zweisitzer von früher nur noch den Namen gemeinsam. Vor euch steht ein 4,40 Meter langes Elektro-Coupé mit SUV-Anleihen, das aus dem Mercedes-Geely-Joint-Venture stammt und in China gebaut wird. In der hier betrachteten Ausführung mit 66-kWh-Akku und Heckantrieb will er vor allem eins sein: die sportlich-schicke Alternative im kompakten Stromer-Segment. Wir haben die öffentlich verfügbaren Messdaten und Testurteile zusammengetragen – und so viel vorweg: ein rundes Paket mit einer klaren Schwachstelle.
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Technische Daten
Reichweite & Verbrauch: sparsam für ein Coupé-SUV
Im standardisierten ADAC Ecotest genehmigt sich der #3 rund 18,2 kWh auf 100 Kilometer – und dieser Wert schließt die Ladeverluste bereits mit ein. Für ein über 4,40 Meter langes SUV-Coupé ist das ein guter Wert; die flache, aerodynamische Form zahlt sich hier sichtbar aus. Aus dem netto 62 kWh großen Akku ergibt sich im gemischten Zyklus eine Reichweite von etwa 410 Kilometern.
Für euren Alltag heißt das: Wer überwiegend in der Stadt und im Umland unterwegs ist, kommt gut und gerne 500 Kilometer weit, bevor die Säule ruft. Auf der Autobahn sinkt die Reichweite auf rund 350 Kilometer, im kalten Winter zeigen unabhängige Datenbanken eher Werte um 300 Kilometer. Damit liegt der Smart im kompakten Feld auf einem soliden, unauffälligen Niveau – kein Reichweiten-Champion, aber für Pendeln und Familienalltag mehr als ausreichend.
Die Kehrseite: Der 62-kWh-Akku ist eben kein Riesenspeicher. Wer regelmäßig lange Strecken bei höherem Tempo fährt, merkt die Grenze schneller als bei Konkurrenten mit größerer Batterie.
Laden & Reisetauglichkeit: schnelle Wallbox, planbare Stopps
Ein echtes Pfund ist das serienmäßige 22-kW-Ladegerät für Wechselstrom – das bieten längst nicht alle in dieser Klasse. An einer entsprechenden Säule oder Wallbox ist der Akku so in rund dreieinhalb Stunden voll, ideal fürs Nachladen während des Einkaufs oder über Nacht. Am Schnelllader lud der #3 im ADAC-Test kurzzeitig sogar mit 157 kW – mehr als die angegebenen 150 kW – und absolvierte den Sprung von 10 auf 80 Prozent in rund einer halben Stunde.
Praktisch für die Langstrecke: Der Smart kann seine Batterie vor dem Schnellladen automatisch über die Ziel-Navigation oder manuell vorwärmen, damit die Ladeleistung auch bei Kälte stimmt. In der Summe gelingen längere Fahrten planbar, mit überschaubaren Pausen.
Die Kehrseite bleibt die Physik: Rund 350 Autobahn-Kilometer plus ein Ladestopp bedeuten auf der ganz langen Reise mehr Stopps als bei Fahrzeugen mit größerem Akku. Für den gelegentlichen Wochenendtrip reicht es locker, als Vielfahrer-Langstreckenauto ist der #3 nur bedingt gedacht.
Antrieb & Fahrdynamik: der heimliche Sportler
Unter dem Coupé-Blech steckt ein Heckmotor mit 200 kW, was gut 272 PS entspricht. Der Standardsprint auf 100 km/h ist in 5,8 Sekunden erledigt, bei 180 km/h wird abgeregelt. Das reicht für ein völlig müheloses Einfädeln und Überholen – die Kraft steht verzögerungsfrei bereit, sobald ihr das Fahrpedal antippt.
Spätestens auf kurvigen Landstraßen zeigt sich, warum smart vom SUV-Coupé spricht: Tester loben ein spielerisch-agiles Handling und eine direkte, stimmige Lenkung, die im Umfeld der kompakten Stromer zu den besseren zählt. Der flachere Aufbau gegenüber dem Schwestermodell #1 sorgt für weniger Wanken und ein satteres Fahrgefühl.
Die Kehrseite: Der Hinterradantrieb macht Spaß, doch bei Nässe kann das Heck etwas unruhig werden – hier ist ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt. Und der gemessene Bremsweg aus 100 km/h liegt mit gut 36 Metern nur im Mittelfeld, während die Lenkung bei aller Präzision etwas rückmeldungsarm bleibt.
Komfort & Geräusch: komfortabel gefedert, gut gedämmt
Smart nennt die Abstimmung selbst „Komfortfederung“, und das trifft es ganz gut. Das nicht verstellbare Fahrwerk federt ausgewogen, auf der Autobahn hilft der lange Radstand zu einem ruhigen Abrollen. Beim Innengeräusch messen die Tester bei 130 km/h rund 66,5 dB(A) – ein ordentlicher Wert; Wind- und Abrollgeräusche halten sich dank der glatten Karosserie angenehm zurück.
Für euch bedeutet das entspannte Langstrecken und ein leises Dahingleiten im Alltag. Querfugen und kleine Schwellen schluckt der #3 souverän.
Die Kehrseite: Scharfe Kanten wie abgesenkte Gullydeckel reicht das Fahrwerk spürbar an die Insassen weiter, eine Luftfederung gibt es nicht. Und die fest mit der Lehne verbundenen Kopfstützen können großen Personen unangenehm in den Rücken drücken – am besten vor dem Kauf probesitzen.
Innenraum, Raumangebot & Verarbeitung: viel Platz, kleiner Kofferraum
Beim Platz überrascht der Smart positiv: Vorn wie hinten sitzt man großzügig, die Beinfreiheit im Fond reicht auch für sehr große Menschen, und das serienmäßige Panoramaglasdach macht den Innenraum hell. Die Verarbeitung bewegt sich auf gutem Niveau: schmale, gleichmäßige Spaltmaße, oben weich unterschäumte Materialien.
Der große Wermutstropfen ist der Kofferraum. Mit nachgemessenen 255 Litern im Normalzustand liegt er am unteren Ende der Klasse – eher Kleinwagen-Niveau. Immerhin lassen sich die Rücksitze umklappen (dann bis rund 1.170 Liter), unter dem Ladeboden gibt es etwa 70 Liter Extra-Stauraum und vorn einen kleinen 15-Liter-Frunk fürs Ladekabel.
Die Kehrseite geht damit über das reine Volumen hinaus: eine hohe Ladekante und eine zusätzliche Schwelle erschweren das Beladen, die Rückbank lässt sich weder verschieben noch in der Neigung verstellen. Und bei kräftigem Beschleunigen oder Bremsen berichten Tester von gelegentlichem Knarzen der Innenverkleidung.
Software, Bedienung & E-Funktionen: viel Technik, fummelige Bedienung
Technisch ist der #3 gut ausgestattet: ein 12,8 Zoll großer Touchscreen, ein 9,2-Zoll-Fahrerdisplay, dazu (ab der Premium-Linie) ein Head-up-Display. Das Infotainment lässt sich per Funk aktualisieren, die Sprachsteuerung versteht natürliche Sätze, und die Navigation plant Ladestopps automatisch entlang der Route. Bei den E-Funktionen ist die Liste lang: 22-kW-AC-Laden, Batterie-Vorkonditionierung, ein serienmäßiges Assistenzpaket, die Nutzung als mobile Steckdose (V2L) und – ab der Premium-Ausstattung – eine Wärmepumpe.
Die Kehrseite ist die Bedienung. Fast alles läuft über den Touchscreen: Klima, Spiegelverstellung, sogar der Warnblinker sind als Flächen ausgeführt, die Menüs wirken verschachtelt. Dazu kommt ein regelrechtes Warnton-Konzert der teils übereifrigen Assistenten, denen im Alltag der Feinschliff fehlt – etwa bei der Verkehrszeichenerkennung oder dem automatischen Spurwechsel. Vieles davon lässt sich abstellen, kostet aber Eingewöhnung.
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Einordnung im Ranking
Der Smart #3 in der 66-kWh-Heckantriebsversion ist ein sympathischer Zwitter: ein sparsames, sportlich fahrendes Kompakt-Coupé mit viel Serienausstattung und viel Passagierplatz, das sich seinen kleinen Kofferraum und die eigenwillige Bedienung als Schwächen leistet. Direkte Alternativen sind der Cupra Born, der VW ID.3, der BMW iX2 oder der Zeekr X. Beim Preis positioniert er sich dabei etwas günstiger, als man für das Gebotene erwarten würde – ein gutes Preis/Leistungs-Verhältnis, das getrennt vom Gesamturteil zu sehen ist.
Zu euch passt der #3, wenn ihr ein stylisches, agiles E-Auto mit großzügigem Innenraum sucht und selten sperriges Gepäck transportiert. Wer regelmäßig den Kofferraum bis unters Dach füllt oder eine intuitive Tastenbedienung braucht, sollte genauer hinschauen.
Im EV-Supertest-Ranking · Platz 32 von 104
Quellen
- ADAC Autotest smart #3 Premium (22 kW OBC)
- ADAC Autokatalog – smart #3 Premium
- EV Database – Smart #3 Premium (MY24)
- EV Database – Smart #3 Pro+ (MY24)
- auto motor und sport – Fahrbericht smart #3
- auto-motor.at – Smart #3 Premium im Test
- Carwow – smart #3 Testbericht
- InsideEVs.de – Smart #3 Übersicht
Bildquellen
- Smart #3 Aussenansicht — © Smart Presseportal
- Smart #3 Heckansicht — © Smart Presseportal
- Smart #3 Seitenansicht — © Smart Presseportal
- Smart #3 Innenraum — © Smart Presseportal
- Smart #3 Infotainment — © Smart Presseportal
- Smart #3 Sitze — © Smart Presseportal
Bewertet nach eigener Rubrik v1.0 auf Basis öffentlich verfügbarer Messdaten mehrerer Quellen. Keine eigenen Fahrtests.
